Heizöl-Marktinformationen vom 25.11.2022, 08:54 Uhr

Heizöl-Markt aktuell: Rückgang der Ölpreise vorerst gestoppt - Heizölpreise ziehen leicht an!

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben sich gestern im Großen und Ganzen seitwärts bewegt, ziehen heute morgen im asiatisch geprägten Handel aber deutlich spürbar an. In Folge werden die Heizöl-Notierungen hierzulande aller Voraussicht nach mit leichten Aufschlägen in den letzten Handelstag der Woche starten.

Aktuell stehen die Januar-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 85,80 US-Dollar pro Barrel, eine Tonne Gasöl zur Lieferung Dezember kostet zur Stunde 924 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar knapp behaupten und wird heute Morgen zu Kursen um 1,0425 Dollar gehandelt.

Der sich in der Umsetzungsphase befindliche Preisdeckel auf russisches Öl bleibt in diesen Tagen das Hauptthema am Ölmarkt. Während sich die EU-Staaten noch um die Höhe streiten, gab das US-Finanzministerium gestern erste Rahmenbedingungen bekannt, bei denen es um Details wie Transport und Versicherungen, aber auch Weiterverarbeitung und Zwischenhandel geht.
Währenddessen hat der Kreml erneut damit gedroht, kein Öl und Gas an Länder liefern zu wollen, die sich an dem Preisdeckel beteiligen, dies aber unter dem Vorbehalt der Prüfung des vorgegebenen Preisniveaus gestellt. Es wird für die künftige Versorgungslage also von extrem hoher Bedeutung sein, auf welche Preisspanne sich die EU und die anderen teilnehmenden Staaten einigen werden. Das Paradoxum: Es niedriger die anvisierte Preisgrenze ist, desto höher können die Ölpreise steigen und umgekehrt.
Unabhängig davon treten in wenigen Tagen die neuen EU-Sanktionen gegen Russland in Kraft, die u.a. Ölimporte auf dem Seeweg verbieten.
Auch das nächste Treffen der OPEC+ Staaten rückt immer näher. Gestern haben sich der saudische und irakische Ölminister getroffen und dabei betont, wie wichtig die Einhaltung der kürzlich beschlossenen Förderkürzungen ist.
Während die Konjunktursorgen durch die sich zuspitzende Corona-Lage in China zuletzt wieder größer geworden sind, gab es zuletzt relativ gut ausgefallene Konjunkturdaten, vor allem aus Europa. Gestern überraschte der vielbeachtete deutsche Ifo-Geschäftsklimaindex mit einem Wert von 86,3 Punkten. Das Bruttoinlandsprodukt für das dritte Quartal stieg zudem um 1,2 Prozent und damit ebenfalls stärker als erwartet.

Am Devisenmarkt konnte der Euro gestern von diesen Zahlen offensichtlich nicht profitieren, zeigte sich im Vergleich zum US-Dollar auf erhöhtem Niveau aber zumindest stabil. Da heute in den USA Thanksgiving gefeiert wird, ist nicht damit zu rechnen, dass es zu größeren Kursausschlägen kommen wird.  

Ingesamt also relativ stabile Vorgaben für den deutschen Inlandsmarkt, wo die Heizölpreise heute mit leichten Aufschlägen in den Tag starten. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen im Tagesverlauf Aufschläge in einer Größenordnung von bis zu einem Cent pro Liter erwarten. Dies ändert aber kaum etwas daran, dass sich die Notierungen mittlerweile auf dem tiefsten Stand seit Kriegsausbruch bewegen und im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres "nur" noch ein Plus von rund 45 Prozent festzustellen ist. Eine gute Kaufgelegenheit für sicherheitsorientierte Ölheizer mit Handelsbedarf in den nächsten Wochen.

Quelle: FastEnergy
PLZ