Heizöl-Marktinformationen vom 27.11.2020, 08:24 Uhr

Heizöl-Markt aktuell: Ruhiger Handel vor OPEC-Meeting - Heizölpreise kaum verändert!

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten mussten gestern bereits im frühen europäisch geprägten Handel deutliche Verluste hinnehmen, tendierten dann im Laufe des Tages aber seitwärts bzw. wieder leicht aufwärts gerichtet. In Folge werden die Heizöl-Notierungen heute nur wenig verändert in den letzten Handelstag der Woche starten.

Aktuell stehen die Januar-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 47,85 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde knapp 45 Dollar. Der Euro kann sich im Vergleich zum US-Dollar gut behaupten und wird heute Morgen weiterhin zu Kursen um 1,1930 US-Dollar gehandelt.

Während es an den Aktienmärkten bereits am Mittwoch Gewinnmitnahmen gab, zeigten sich die Rohölpreise noch etwas länger stabil. Gestern zum Start in den europäisch geprägten Handel kam es aber auch am Ölmarkt zu stärkeren Verkäufen, nachdem technische Faktoren ein Verkaufssignal generiert hatten.
Aus fundamentaler Sicht gab es gestern kaum neue Markt bewegende Meldungen. Die Händler warten auf das am Montag stattfindenden OPEC-Meeting, bei dem es im Wesentlichen darum geht, ob die aktuellen Förderkürzungen bis über den Jahreswechsel hinaus verlängert werden sollen. Die meisten Marktbeobachter rechnen mit einer Fortführung im ersten Quartal, also um drei Monate. Eine Überraschung ist aber dennoch nicht auszuschließen, zumal es im Vorfeld zu Spannungen gekommen war. Während die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) eine stärkere Einhaltung der Quoten von allen beteiligten Ländern fordern, will der Irak erreichen, dass es bei der Mengenzuteilung eine differenziertere Betrachtung gibt und verstärkt auch die Leistungsfähigkeit und die Möglichkeiten der Förderländer Berücksichtigung finden.
Die Entscheidung, wie hoch die Produktionsmenge ab Januar sein soll, wird aber wohl erst am Dienstag getroffen werden, wenn auch die beteiligten Nicht-OPEC-Staaten hinzustoßen und sich in der sogenannten OPEC+Gruppe treffen.
Ansonsten fehlt es dem Markt an neuen Impulsen aus Übersee. Hier wurde ja gestern Thanksgiving gefeiert und auch heute am "Black Friday" wird in den Staaten nicht viel los sein.
 
Sehr unspektakulär verlief gestern auch der Handel am Devisenmarkt. Der Euro pendelte im Vergleich zum US-Dollar den ganzen Tag über eng am Ausgangsniveau und notierte damit weiterhin auf dem höchsten Niveau seit rund drei Monaten. Heute stehen zwar einige wichtige Konjunkturdaten zur Veröffentlichung an, ob die aber Schwung in den Handelsgeschehen bringen, ist eher unwahrscheinlich.

Die Heizölpreise hierzulande befinden sich nach dem doch recht turbulenten Wochenauftakt nun wieder in einem etwas ruhigeren Fahrwasser und die Ausschläge halten sich Grenzen. Heute könnte es, wie bereits gestern, zu weiteren leichten Abschlägen kommen. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht ein Minus von bis zu 0,3 Cent pro Liter erwarten. Gebremst werden eventuell mögliche stärkere Rückgänge durch die derzeit recht robuste Nachfrage. Viele Ölheizer möchten die Tanks verständlicherweise noch vor dem 1. Januar gefüllt haben, denn die CO2-Abgabe und die höhere Mehrwertsteuer fordern bei allen Lieferungen im neuen Jahr einen Mehrpreis von rund 9 Cent pro Liter ein. Leider sind die Liefertermine für 2020 nur noch sehr begrenzt verfügbar und nicht überall ist sichergestellt, dass der Tankwagen noch im alten Jahr vor der Tür stehen wird.

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.

Quelle: FastEnergy
PLZ