Heizöl-Marktinformationen vom 27.01.2022, 08:41 Uhr

Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise steigen kurzzeitig über 90-Dollar - Heizölpreise auf neuem Langzeithoch!

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern weitere deutliche Gewinne erzielt und die Brent-Futures sind dabei zeitweise über die 90-Dollar-Marke geklettert. Obwohl es zu Handelsschluss noch zu Gewinnmitnahmen gekommen ist, werden die Heizöl-Notierungen hierzulande, auch aufgrund eines sehr schwachen Euro, leider weiter anziehen.

Aktuell stehen die März-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 89,50 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 86,60 Dollar. Der Euro verliert im Vergleich zum US-Dollar erneut und wird heute Morgen mit Kursen um 1,1210 US-Dollar, zum niedrigsten Kurs seit über zwei Monaten gehandelt.

Erstmals seit Oktober 2014 sind die Kontrakte der Rohölsorte "Brent" wieder über die 90-Dollar-Marke geklettert. Auch wenn diese Marke nicht bis Handelsschluss gehalten werden konnte, zweifelt derzeit kaum jemand daran, dass es in nächster Zeit noch weiter nach oben gehen wird.
Hauptgrund ist nach wie vor die politisch instabile Lage in wichtigen Ölförderregionen, bei einer gleichzeitig sehr robusten globalen Ölnachfrage. Vor allem im Ukraine-Konflikt bleibt die Lage Ernst und eine Eskalation wäre eine Katastrophe.
Für Auftrieb sorgt derzeit auch die Tatsache, dass die Omikron-Welle wohl keinen größeren Einfluss auf den Ölbedarf hat und einige europäische Länder mittlerweile sogar eine komplette, zumindest aber eine teilweise Rücknahme von Corona-Beschränkungen ins Auge fassen.
Somit könnte die Versorgungslage auch in den nächsten Wochen und Monaten angespannt bleiben, denn die OPEC+ Gruppe konnte ihre Förderziele zuletzt nicht erreichen und es gibt mittlerweile die wohl berechtigte Sorge, dass einige der Mitgliedsländer ihre maximale Förderkapazität bereits erreicht haben. Sollte es nun noch zu größeren Ausfällen kommen, würden die Rohölpreise wohl durch die Decke gehen.
Für etwas Entlastung sorgten gestern die US-Ölbestandsdaten des Department of Energy (DOE), auch wenn diese nur zum Teil bearish, also preisdrückend ausgefallen sind. Einem etwas überraschenden Aufbau bei Rohöl von 2,4 Millionen Barrel steht ein entsprechender Rückgang bei den Produkten gegenüber. Außerdem ist die Gesamtnachfrage weiter um 0,5 auf nun 22,4 Millionen Barrel pro Tag angestiegen. Die Gesamtbestände in den USA liegen derzeit auf dem niedrigsten Niveau seit knapp sieben Jahren!

Am Devisenmarkt warteten die Marktteilnehmer gestern mit Spannung auf das Statement von US-Notenbankchef Jerome Powell nach der Notenbanksitzung. Dieser ließ wenig Zweifel aufkommen, dass die Fed schon im März den ersten Zinsschritt nach oben vollziehen wird. Dies war so erwartet worden. Zudem schloss Powell aber nicht aus, dass noch mehr Erhöhungen kommen könnten, als dies der Markt ursprünglich erwartet hatte. Entsprechend stieg der US-Dollar im Vergleich zum Euro kräftig an.

Auch wegen der Währungsverluste werden die Heizölpreise hierzulande heute leider mit weiteren Aufschlägen in den Tag starten, obwohl die Notierungen ja bereits gestern auf ein neues Langzeithoch gestiegen sind. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht ein Plus in einer Größenordnung von einem halben bis einem Cent pro Liter erwarten. Aufgrund der angespannten Lage an den internationalen Energiemärkten sollte gerade sicherheitsorientierte eine eventuell anstehende Bedarfsdeckung nicht zu lange vor sich herschieben. Die Bestellung einer Teilmenge könnte die Lösung sein!

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.

Quelle: FastEnergy
PLZ