Heizöl-Marktinformationen vom 23.07.2021, 08:47 Uhr

Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise weiter im Aufwind - Heizölpreise ziehen nach!

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben nach dem starken Anstieg vom Mittwoch auch gestern wieder kräftige Gewinne verbuchen können. Zudem gibt es auch noch leichte Währungsverluste, sodass die Heizöl-Notierungen hierzulande mit weiteren deutlichen Aufschlägen in den letzten Handelstag der Woche starten werden.

Aktuell stehen die September-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 73,40 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde rund 71,55 Dollar. Der Euro fällt im Vergleich zum US-Dollar weiter zurück und wird heute Morgen nur noch zu Kursen um 1,1770 US-Dollar gehandelt.

Waren sich die Analysten nach der Korrektur zu Wochenbeginn oftmals noch uneins, wie es am Ölmarkt weitergehen wird, so scheint sich nun langsam einhellig die Meinung durchzusetzen, dass die Rohölpreise weiter ansteigen werden.
Die von der OPEC+ Gruppe beabsichtige Erhöhung der Ölfördermengen um 0,4 Millionen Barrel pro Tag ab August wird nicht ausreichen, um die mittlerweile wieder fast auf Vorkrisenniveau gestiegene Ölnachfrage zu decken. In Folge schmelzen die globalen Ölbestände entsprechend weiter ab.
Zwar geht es nach neuen Äußerungen aus der Bohrdienstleistungsbranche auch mit der US-Förderung weiter bergauf, dies aber in einem sehr gemäßigten Tempo.
Die derzeit wieder stark steigendende Corona-Neuinfektionen werden von den Marktteilnehmern zwar mit Sorge beobachtet, allerdings gehen die meisten Experten davon aus, dass die Ölnachfrage dadurch nur in einem wesentlich geringen Maß beeinträchtigt werden wird, als dies noch in den ersten Monaten des Jahres der Fall war.
Die gestern veröffentlichten Konjunkturdaten fielen durchweg schlecht aus, doch dies schien am Öl- und auch an den Aktienmärkten niemanden zu interessieren. Die Zahl der US-Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung stieg von 368.000 auf 419.000 an, auch die weitergeführten Anträge enttäuschten mit einer Erhöhung von . Das EU-Verbrauchervertrauen lag per Juli bei minus 4,4, erwartet wurde ein Wert von minus 2,5 Punkten.

Am Devisenmarkt verlor der Euro im Vergleich zum US-Dollar weiter an Wert und steht derzeit auf dem tiefsten Stand seit knapp vier Monaten. Die gestrige Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) brachte keine Überraschung. Die Geldpolitik bleibt weiterhin stark expansiv und es ist auch in Zukunft nicht mit einer Straffung zu rechnen.

Denkbar schlechte Vorgaben für den deutschen Inlandsmarkt, wo die Heizölpreise leider auch heute wieder mit deutlichen Aufschlägen in den Tag starten werden. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen aus morgendlicher Sicht ein Plus in einer Größenordnung von einem halben bis einem dreiviertel Cent pro Liter erwarten. Mittlerweile sind die Preisabschläge der Korrektur schon wieder fast vollständig ausgeglichen und es muss wohl schon bald weder mit neuen Langzeithochs gerechnet werden.

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.

Quelle: FastEnergy
PLZ