Heizöl-Marktinformationen vom 15.10.2021, 08:28 Uhr

Heizöl-Markt aktuell: Selbst gestiegene US-Ölbestände können Ölpreise nicht stoppen - Heizölpreise ziehen weiter an!

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben sich gestern nach Bekanntgabe der DOE-Ölbestandsdaten verteuert, obwohl die Zahlen eher preisdrückend ausgefallen sind. Auch heute morgen geht es im asiatischen Handel weiter nach oben und in Folge leider auch mit den Heizöl-Notierungen hierzulande.

Aktuell stehen die Dezember-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 84,80 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde gut 82 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar weiter leicht an Boden gutmachen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,1605 US-Dollar gehandelt.

Obwohl auch schon die US-Ölbestandsdaten des American Petroleum Institute (API) am Mittwochabend eher bearish, also preisdrückend ausgefallen waren, zogen die Rohölpreise bereits gestern im frühen Handel wieder an.
Gestützt wurden diese dabei vom Monatsbericht der Internationalen Energieagentur (IEA), die ihre Prognose zum globalen Ölnachfragewachstum für dieses und nächstes Jahr in diesem nach oben korrigierte. Zudem gab es einen Kommentar vom saudischen Energieminister Prinz Abdelaziz bin Salman, der die Arbeit der OPEC+ Organisationen als "bemerkenswert" lobte und eine stärkere Produktionsanhebung nicht in Aussicht stellen wollte.
Am Nachmittag gab es dann zunächst leichte Gewinnmitnahmen, obwohl es an den Aktienmärkten weiter nach oben ging. Diese wurden unter anderem von guten Arbeitsmarktdaten aus den USA getrieben, denn hier ging die Zahl der Erstanträge auf Arbeitslosenunterstützung in dieser Woche von 329.000 auf 293.000 zurück. Auch die weitergeführten Jobgesuche fielen besser aus als erwartet.
Um 17 Uhr wurden dann die mit Spannung erwarteten Ölbestandsdaten des Department of Energy (DOE) veröffentlicht. Hier gab es in Summe einen Zuwachs von 4,9 Millionen Barrel. Gleichzeitig ging die Gesamtnachfrage deutlich von 21,5 auf 19,9 Millionen Barrel pro Tag zurück, bei einer relativ konstanten Ölproduktion.
Obwohl die Zahlen also eindeutig preisdrückend zu werten waren, zogen die Ölpreise im späten Handel wieder an und auch heute morgen stehen dicke Pluszeichen an den Kurstafeln. Die Situation an den Energiemärkten bleibt also angespannt!
 
Am Devisenmarkt konnte der Euro im Vergleich zum US-Dollar gestern weiter leicht zulegen und wieder über die 1,16-Dollar-Marke klettern. Dies, obwohl die US-Erzeugerpreise per September weiter auf 8,6 Prozent gestiegen sind und die US-Notenbank ihre Geldpolitik noch in diesem Jahr straffen will. Händler sahen die gute Stimmung an den Aktienmärkten als Grund für die Dollar-Verkäufe.

Die Heizölpreise hierzulande kennen leider weiter nur eine Richtung. Auch heute muss nach aktuellen Berechnungen und ersten Preistendenzen mit einem Aufschlag in einer Größenordnung von bis zu einem Cent gerechnet werden. In weniger als zwei Monaten sind die Notierungen um rund 20 Cent pro Liter angestiegen und ein Ende oder gar eine Trendwende ist nicht in Sicht. Dafür steigen die Lieferzeiten aufgrund der anhaltend hohen Nachfrage immer weiter an. In einigen Regionen sind bereits jetzt die Liefertermine für dieses Jahr knapp!

Erläuterung bzw. Klarstellung zum Klimapaket der Bundesregierung: Bestehende Ölheizungen dürfen uneingeschränkt weiter betrieben werden. Erst ab 2026 sollen neue Ölheizungen mit einer regenerativen Energiequelle kombiniert bzw. ergänzt werden, z. B. Solarthermie oder Photovoltaik für Brauchwasser bzw. Heizungsunterstützung. Sollte dies nicht möglich und auch kein Gas- oder Fernwärmeanschluss vorhanden sein, darf auch nach 2026 eine neue Ölheizung einbaut werden.
Unabhängig davon ist es absehbar, dass in den nächsten Jahren auch CO2-neutrales Heizöl (Stichwort E-Fuels) zu einem bezahlbaren Preis angeboten werden kann. Dieses kann problemlos in bestehenden Heizungen eingesetzt werden.

Quelle: FastEnergy
PLZ