Heizöl-Marktinformationen vom 11.08.2022, 08:29 Uhr

Heizöl-Markt aktuell: Ölpreise nach DOE-Daten wieder fester - auch Heizölpreise ziehen weiter an

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten haben gestern nach Bekanntgabe der neuesten US-Ölbestandsdaten durch das Department of Energy (DOE) einen Satz nach oben gemacht. In Folge werden auch die Heizöl-Notierungen aller Voraussicht nach mit weiteren Aufschlägen in den Tag starten.

Aktuell stehen die Oktober-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 97,40 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 91,80 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar deutlich zulegen und wird heute Morgen zu Kursen um 1,03 US-Dollar gehandelt.

Viele bearishe, also preisdrückende Meldungen, aber steigende Rohölpreise. So in etwas könnte man den gestrigen Tag am Ölmarkt zusammenfassen.
Bereits am Vorabend veröffentlichte das American Petroleum Institute (API) einen Aufbau bei den US-Ölvorräten. Dann gab es einen eher gemischt ausgefallenen Monatsbericht der Energy Information Administration (EIA), bevor die Wiederaufnahme der russischen Öllieferungen durch den südlichen Arm der Druschba-Pipeline vermeldet wurde. Zudem sollen nach neuesten Tracking-Daten die russischen Schiffslieferungen in den Mittelmeerraum wieder deutlich gestiegen sein, während über die nördlichen Häfen wohl eher weniger Öl ankam.

Dies alles bewegte den Ölkomplex gestern aber kaum. Erst die um 17 Uhr veröffentlichten DOE-Ölbestandsdaten sorgten für einen deutlichen Anstieg der Notierungen, obwohl diese auf den ersten Blick wohl eher das Gegenteil hätten bewirken sollen. Die Bestände sind nämlich in Summe deutlich angestiegen und die Gesamtnachfrage ist weiter zurückgegangen. Auch die Ölproduktion konnte etwas erhöht werden.
Die Marktteilnehmer hängten sich aber wohl an den zurückgegangen Benzinvorräten und den hier wieder gestiegenen Bedarf auf. Nur so ist zu erklären, dass die Ölpreise um rund vier Dollar pro Barrel nach oben gesprungen und in Nähe der Tageshöchststände aus dem Handel gegangen sind.
Auch heute mangelt es nicht an neuen marktrelevanten Ereignissen. Es werden unter anderem die Monatsberichte der OPEC und der Internationalen Energieagentur (IEA) erwartet.

Am Devisenmarkt konnte der Euro im Vergleich zur Ölwährung US-Dollar gestern auf den höchsten Stand seit rund vier Wochen klettern. Grund waren neue Daten zu den US-Verbraucherpreisen. Diese stiegen per Juli im Vergleich zum Vorjahr nur um 8,5 Prozent. Die Analystenschätzung lag bei 8,7 nach 9,1 Prozent im Juni. Damit dürfte der Druck auf die US-Notenbank etwas nachlassen, die Zinsen weiter stark und schnell zu erhöhen.

Trotz der Währungsgewinne werden die Heizölpreise hierzulande leider wohl mit weiteren Aufschlägen in den heutigen Handelstag starten. Aktuelle Berechnungen und erste Preistendenzen lassen zumindest aus morgendlicher Sicht ein Plus in einer Größenordnung von einem Cent pro Liter erwarten. Die Versorgungsprobleme in Inland lassen weiterhin wenig Spielraum nach unten, zumindest solange auch die Nachfrage auf hohem Niveau bleibt.

Quelle: FastEnergy
PLZ