Heizöl-Marktinformationen vom 20.08.2018, 08:26 Uhr

Heizöl-Markt aktuell: Öl- und Heizölpreise starten wenig verändert in neue Handelswoche!

Die Ölpreise an den internationalen Warenterminmärkten sind am Freitag mit kleinen Gewinnen aus dem Handel gegangen und starten heute Morgen leicht schwächer. Gleiches gilt für den Euro am Devisenmarkt. In Folge gehen die Heizöl-Notierungen kaum verändert in die neue Woche.

Aktuell stehen die Oktober-Kontrakte der europäischen Nordsee-Ölsorte "Brent" bei 71,60 US-Dollar pro Barrel, ein Fass US-Öl "West Texas Intermediate" kostet zur Stunde 65,65 Dollar. Der Euro kann im Vergleich zum US-Dollar im Tagesvergleich erfreulicherweise wieder etwas zulegen und wird derzeit zu Kursen um 1,1425 US-Dollar gehandelt.

An den internationalen Ölmärkten waren die letzten Handelstage eher von preisdrückenden Meldungen bestimmt. Vor allem die wieder erheblich gesteigerte Produktion in Libyen und die überraschend kräftig gestiegenen US-Ölbestände drückten zeitweise deutlich auf die Rohölpreise.
Zum Start in den europäisch geprägten Handel starteten dann die "Bullen" einen Erholungsversuch, der die Futures bis zum Nachmittag rund einen US-Dollar nach oben trieb. Da dieser aber nur von der Markttechnik getrieben war und preistreibende Fundamentaldaten ausblieben, setzten zum Abend hin wieder Gewinnmitnahmen ein und ein Großteil der Aufschläge schmolz wieder dahin.
Unter den Analysten besteht derzeit große Uneinigkeit, was den weiteren Preisverlauf an den Ölbörsen anbetrifft. Während einige erste Anzeichen einer schwächeren globalen Wirtschaftsentwicklung sehen und daher in den nächsten Wochen und Monaten eher fallende Ölpreise erwarten, gehen zum Beispiel die Marktexperten der US Investmentbank Jefferies davon aus, dass die Brentöl-Preise noch in diesem Jahr auf 80 Dollar pro Barrel steigen könnte, was mit den bald einsetzenden US-Sanktionen gegen die iranischen Ölexporte begründet wird.
Fakt ist wohl, dass auch in den nächsten Monaten immer mehr Öl aus den USA auf den Weltmarkt kommen wird. Zwar stagnierte die Zahl der aktiven US-Bohranlagen in dieser Woche laut Baker Hughes bei 869 Einheiten, dies ist aber im Vergleich zum Vorjahr ein Mehrbestand von gut 100 Anlagen, was sich mit einer zeitlichen Verzögerung von ca. sechs Monaten entsprechend auf die Mengenverfügbarkeit auswirkt.

Am Devisenmarkt konnte der Euro im Vergleich zum US-Dollar etwas an Wert hinzugewinnen, obwohl die türkische Lira erneut kräftige Verluste hinnehmen musste. Stützend für die Gemeinschaftswährung wirkten aber die Gespräche zwischen den USA und China zur Beilegung des Handelsstreits. Noch Ende August soll eine chinesische Delegation zu weiteren Gesprächen nach Washington reisen, was an den Märkten mit Wohlwollen aufgenommen wurde.

Zum Wochenauftakt also ingesamt recht stabile Vorgaben für den deutschen Inlandsmarkt, wo die Heizölpreise heute ebenfalls kaum verändert in die neue Handelswoche starten werden. Erste Preistendenzen und aktuelle Berechnungen lassen aus morgendlicher Sicht leichte Abschläge in einer Größenordnung von 0,1 bis 0,3 Cent pro Liter erwarten. Insgesamt setzt sich somit der seit Anfang August existente Seitwärtstrend, bei einer deutlich erhöhten Nachfrage, fort. Noch sind die Lieferzeiten kurz und Termine gut verfügbar, doch schon in einigen Wochen werden die Auftragsbücher mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit prall gefüllt sein, was sich auch auf die Preise auswirken wird.

Quelle: FastEnergy
PLZ